21 09 2008

Jeder Satz, gesprochen oder geschrieben, trägt in sich das Potential des Mißverständnisses.

© Irmgard Nägele

 

Oft einmal fehlen Informationen oder auch das Wissen und man urteilt schnell und ungerecht. Dennoch kann man auch aus Mißverständissen lernen, in dem man versucht nicht wieder mißzuverstehen, den Kern des Mißverständisses sucht und dann mit Toleranz dem anderen gegenüber handelt.

Deswegen habe ich für eine unbestimmte Zeit den ein oder anderen Bericht zurückgezogen und werde versuchen aufgekommene Unruhen wieder zu besänftigen.

mit freundlichen Grüssen, diesmal wieder aus Österreich





Sampues

5 06 2008

Kolumbien wieder einmal anderst erleben.

Am Wochenende machten sich Florian und ich auf in das Dorf Sampues. Dieses befindet sich ca. 10 km entfernt von Sincelejo - der Hauptstadt des Departamentos Sucre. Sampues ist in ganz Kolumbien berühmt für seine guten Tischler die qualitativ hochwertige Möbel herstellen. Viele dieser Möbel werden nach Venezuela exportiert, während die anderen in der Artesania (>Kunsthandwerk< Strasse in der sich ein Geschäft neben das andere drängt, um die verschiedensten Möbel und sonstiges zu präsentieren) von Kolumbianern aus alles Ecken des Landes, zum Teil LKW-fach, eingekauft werden.

   

Unser Auftrag war für den neuen Essensraum (Küche und Essraum hab ich mittlerweile fertiggestellt) neue lederbezogene Stühle und einen ausziehbaren Tisch zu bestellen. Die Sache war nur die, dass man sich ganz bestimmte Stühle vorstellt und ausziehbare Tische in Kolumbien eher eine Seltenheit sind. Also tüftelten Reynaldo und ich erst mal ein einfaches System aus, wie man denn so einen Tisch mit 4,50m Länge bauen könnte. Ein Tag später am 31.Mai machten wir uns dann, bewaffnet mit einem “schwindeligem Plan”, 1.000.000 Pesos zur Anzahlung und zwei Unterhosen auf dem Weg nach Sampues.

Ein Blick aus dem Fester und die Welt hat sich wieder verändert… Ein Grün breitet sich vor einem aus, so wie man es von den Alpwiesen in Österreich kennt. Die kleinen Hügel die sich in Mengen neben einander reihen, sind es was diese Gegenend so märchehaft wirken lässt. Vereinzelte schauen aus wie verloschene Vulkane, andere erinnern wage an die Hügelgräber, die man aus dem -Buch Herr der Ringe- kennt. Bevölkert wurden diese Wiesen schon vor langer Zeit mit den verschiedensten Baumarten. Viele wirken wie die prächtigen Savannenbäume aus Afrika, andere wie die Bäume auf denen ich als Kind meine Hütten gebaut habe. Die Palmen die wild in diesen Wiesen wachsen, machen das märchenhafte Bild perfekt…

   

Stunden später in Sampues angekommen werden wir gleich von el viejo Eduardo (74 jähriger kleiner Maurer der die ganze Fundacion aufgebaut hat und neben vielen anderen Aufgaben, auch mir beim Umbau geholfen und mir viel beigebracht hat) abgeholt und zu seinem Haus gebracht. Hier durften wir für die nächten paar Tage wieder mal Kolumbien live miterleben. Die Fröhlichkeit, Freundlichkeit, Einfachheit und das Wissen jeden Tag zu leben, sind es, was dieses Land noch bunter und schöner wirken lässt. Zuerst wird man allen vorgestellt, duschen Zimmer beziehen (was für uns frei gemacht wurde- denn die Häuser hier sind nicht so gross, dass man es sich leisten könnte ein Zimmer nur für Besuch zu nutzen-Platz ist aber dennoch immer) danach kommt Essen auf den Tisch und natürlich gibt es, wann immer man will, Kaffee. Wie uns die ganze Familie (die Familien hier sind gross und natürlich lernt man auch in 3 Tagen viele davon kennen) von Eduardo aufgenommen hat, uns geholfen, beraten, im Dorf rumgeführt hat, für uns gekocht hat, mit uns geredet hat und vieles mehr und alles mit einem herzlichem Lächeln und ehrlichem Händedruck…war eine wunderbare Erfahrung… Auf einer Reise trifft man oft mal Leute, die man nie wieder sehen wird, aber sie dir dennoch in dieser kurzen Zeit so viel mitgeben können, dass du sie nie wieder vergessen wirst…

   

Das mit unserem “schwindeligem Plan” war so eine Sache. Die Tischler hier sind sehr gut, fleissig und bemüht, aber mit einem Plan können sie überhaupt nichts anfangen. Zudem hat uns Eduardo seinen alten Ferund empfohlen. Der hat zwar eine Brille -nicht wie Eduardo- allerdings nur noch ein Auge :-) X Male haben Florian und ich versucht ihnen unsere Idee des ausziehbaren Tisches zu erklähren, aber so richtig angekommen ist es nicht. Das hat uns dann auf die Idee gebracht, einfach noch einen Tag länger zu bleiben und ihnen ein kleines Model anzufertigen, dass wir dann auch wirklich das bekommen, was wir wollen. Jetzt können wir nur noch abwarten und hoffen, dass auch irgendwie das raus kommt was wir versucht haben zu erklähren. Vielleicht fahre ich auch noch mal hin und helfe ein wenig mit. Diese Gegend von Kolumbien hat mich sehr fasziniert und auch das schöne kleine Dorf, das viel sauberer und organisierter ist wie Pasacaballos, die Leute die pünktlicher und fleissiger sind und zu dem auch, bei weitem nicht so viel saufen wie die Leute aus Pasacaballos.

     

Zurück gings in einem Minibus, weil wir den letzten von Brasilia (Buslinie) verpasst haben. War sau eng, dafür durften wir diesmal die grünen Weiten dieser Gegend beobachten, wie sie sich ins Rot verfärben und sich der ganze Himmel, in einen wunderschönen Sonnenuntergang verwandelt. Weit und breit nichts, ausser die grüne Wunderwelt die sich langsam verdunkelt und der brennende Himmel, der bald den Sternen das leuchten überlies.

   

Die Reise hat uns wieder einmal eine andere Ecke von diesem vielseitigem Land gezeigt und uns um Erfahrungen berreichert. Danke… an wenn auch immer





¡Toros en Pasacaballos!

27 04 2008

¡Leute die Stiere sind los!

toros

 

Stierkampf in Pasacaballos! Wochen zuvor kommt es schon im Radio und die Nachricht auf den bunten Plakaten in der ganzen Stadt ist nicht zu übersehen. Die Stiere kommen…

Samstag 29 März. Die Stiere sind schon seit einem Tag in Pasacaballos und die Leute reden nur noch von diesem Thema. Samstag 10:00 Uhr Vormittags kommt Erbin zu mir gesprungen und sagt >Lukas die Arbeit ist vorbei geh ne Runde schlafen und ich hol dich dann um 14:00 Uhr hier ab, jetzt gehts ab in die Arena<…->alles klar mach ich.

Gesagt wie getan, kommt er mich fast pünktlich abholen und wir machen uns auf den Weg zur Arena. Auf den Weg dorthin habe ich mir versucht vorzustellen, was mich jetzt erwarten wird. Ich hatte noch nie zuvor einen Stierkampf gesehen, also hatte ich nur die Bilder aus dem Fersehen im Kopf. Bilder aus Spanien in denen ein Mann in einer Arena, mit einem roten Tuch und Sperren, gegen den Stier kämpf und der Stier am Ende stirb. So war -kurz gesagt- meine Vorstellung von dem ganzem. Was ich vergessen hatte, ich bin hier in Kolumbien… :-)

toros-en-pasacaballos  toros en pasacaballos  toros en pasacaballos 

Auf dem Weg zur Arena kommt man an unzählbaren Ständchen vorbei in denen sie Essen und Bier verkaufen. Junge schöne Frauen die von “Ron de Medellin” angestellt sind, geben einem “Stamperleweise” Rum aus und Erbin drückt mir immer wieder ein neues Bier in die Hand. Dann angekommen an der Aussenwand der Arena, nimmt mich Erbin an der Hand und sagt >mir nach!<. Dann kämpfte ich mich durch Leute und das Holzgestänge -was die Arena darstellte- und ehe ich mich versah war ich mitten in der Arena und der Stier fast neben mir…

Als der Stier dann das erst mal auf uns zugerannt kam und ich mich mit sehr vielen Leute auf das Holzgestänge flüchtete, habe ich begriffen wie Stierkampf in Kolumbien /Pasacaballos aussieht:

toros en pasacaballos  toros en pasacaballos  toros en pasacaballos

Die Arena ist voll mit Leuten die den Stier einfach total verrückt und wild machen. Sie rennen auf ihn zu, bewerfen ihn mit Zeug, schlagen ihn mit Stöcken, fuchtel mit roten Tüchern rum (so wie ich es aus dem Fernsehen kannte) und irgendwann bewerfen sie ihn dann auch mit Sperren. Wenn der Stier dann müde ist, oder einfach so zu wenig Aktion bringt, wird er weggebracht und es kommt wieder ein neuer in die Arena. (In der Zeit dazwischen kann man Bier von Leuten kaufen, die schnell mit ihren Kühlboxen durch den Sand rennen und gleich wieder weg sind wenn der Stier kommt) Mitmachen kann jeder der sich traut und Regel gibt es -glaube ich- überhaupt keine. So sieht -kurz beschrieben- der Stierkampf in Pasacaballos aus.

Das ganze ist natürlich nicht ganz ungefährlich. Erbin erzähle mir dann in der Arena, dass als er zehn Jahe alt war, ein Stier in einem “Lauf” sechs Menschen hintereinader getötet hat und auch sonst kommen imm wieder Leute bei dem Spektakel um. Die aufmunterenden Worte auf meinen Gesichtsausdruck hin waren:,, keine Angst wenn er kommt wirf dich auf den Boden, da kann er dich mit seinen Hörner nicht erreichen -nur über dich drüber rennen!” …->passt vielen Dank :-)

toros en pasacaballos

So war das, auf jeden Fall ist alles gut gegangen und als die Stiere dann alle weg waren, wurde noch ordentlich, bei einem bekannten DJ aus Cartagena, getanzt und gefeiert. Das blöde dabei war, dass ein Kollege von der Fundacion gute Beziehungen zu dem DJ hatte und so stand ich dann wieder einmal (andere Story die ich noch mit Alex am Anfang meiner Zeit hier erlebt habe) bei dem DJ oben und musst mit dem Mikrofon irgendwas in die verrückte Menge schreien :-)

ich auf der Bühne

So verging das Wochenende der Toros en Pasacaballos und am Montag war ich nicht nur in der Fundacion Gesprächsthema nummer eins. naja ¡asi es la vida! :-)





¿que paso con el Reggae?

27 04 2008

reggae 

Mittwoch der 23.4 in Pasacaballos. Über der Tür des Centro Cultural hängt eine grosse Reggaefahne. Aus dem inneren dringt der Beat des Chilenischem Reggae von Gondwana nach draussen. Heute steht eine Presentación de Reggae auf dem Programm.

Der einzige offiziele Reggae Künstler -Dungie- der Cartagena zu bieten hat, erzählt über die Enstehung, die Kultur, die wichtigsten Künstler, usw. des Reggae. Die Wurzeln der Karibik…¿? Er fragt sich und die Leute der Stadt, warum sich die Karibik von Kolumbien -die so reichhaltig an Musikkultur wäre- nur auf drei oder vier “neue Musikbewegungen” beschränkt? Was ist mit dem Reggae der kolumbianischen Karbik passiert? Warum hört man mittlerweile im dem kaltem Bogotá mehr Reggae wie hier in Cartagena? Warum gibt es an der ganzen karibischen Küste von Kolumbien gerade mal eine Hand voll Reggae Künstler? Warum sind vor Jahren in Cartagena noch riessige Reggaefestivals ausgetragen worden und nun ist in der karbischen Stadt Cartagena nur noch die Fahne übrig geblieben, die irgendwie an Reggae errinert.

reggae  reggae  reggae  reggae

Es gab darauf mehrere spekulative Aussagen von den Leuten und einige leugneten diese Tatsachen auch. Um eine eigene Hypothese aufzustellen, warum der Reggae aus der kolumbianischen Karibikküste verschwunden ist, habe ich noch zu wenig Informationen und nötiges Wissen darüber. Was aber das Leugenen einiger Leute auf die oben genannten Tatsachen betrifft weiss ich, dass es auf die Geschichte zurück zu führen ist.  Ein grosses Problem hier, in den kleinen Dörfern in denen die “afrokolumbianische Kultur” zu Hause ist, besteht darin, dass man diesen Menschen ihrer Wurzeln durch die Versklavung beraubt hat. Diese Auswirkung bekommt man nach Jahrhunderten immer noch mit.

Dungie sagte darauf: ,,¡Sabes de donde vienes y sabes para donde te vas!” (-wenn du weisst woher du kommst, weisst du wohin du gehst-) … Meiner Meinung nach eine gute Antwort darauf, warum die Geschichte nicht nur irgendetwas aus der Vergangenheit ist, irgendetwas das halt irgendwann mal passiert ist, sondern allgegewärtig bemerkbar ist -egal ob in Kolumbien oder in Österreich.





Barrio aktuell

23 04 2008

Barrio Madre Herlinda aktuell…

 

Nach der gewaltsamen Vertreibung der Leute aus dem Barrio, haben wir einen internationalen Informationsaustausch in Gang gesetzt. Dank eurer Hilfe wurde Druck auf die Verantwortlichen ausgeübt und wir konnten einiges Bewegen. Die Leute haben sich mittlerweile wieder auf ein gemeindeeigenes Grundstück niedergelassen (welches jedoch nicht offiziel von dem Bürgermeisteramt bewilligt wurde, weil sich darauf keine Infratruktur befindet) und die Bügermeisterin hat öffentlich bekanntgeben, dass innerhalb der nächten fünf Monaten ein Lösung gefunden werden soll. Vor kurzem besuchte uns sogar das österreichische Fernsehen, um für eine Dokumentation das neue Barrio zu filmen. Dieser Film wird am Pfingssonntag auf ORF 2 nach den Hauptnachrichten ausgestrahlt.

 

Am Samstag haben wir dort eine Zaehlung durchgefuehrt, um genaue Informationen zu bekommen, welche Personen dort leben. Wieviele Kinder, Erwachsene, Schueler, Arbeitslose, Versicherte,… Insgesamt konnten wir 176 Familien zaehlen, die momentan im Barrio leben.Im Moment sind sie dabei sich muehsam Huetten aus Karton und Plastik zu bauen.
     

In der Fundacion fuehren sie Kurse durch, um sich langsam zu organisieren. Es wurde ein neuer Vorstand gewaehlt, Komitees gegruendet und Projekte gestartet. Die Nachbarn, die sich vorher gegenseitig beklaut haben, lernen Solidaritaet kennen, sie unterstuetzen sich gegenseitig und merken wie stark sie zusammen sein koennen.




Übersicht Barrio Madre Herlinda Moises

22 04 2008

Seit Anfang 2007
Besetzung eines Landstriches vor Pasacaballos durch Menschen, die sich dort eine neue Existenz aufbauen wollen;
August/September 2007
Hochwasser in dem besetzten Gebiet erste Hilfsaktion von Funscri: medizinische Versorgung wie auch Lebensmittel

Oktober 2007
Erste Gespräche von FUNSCRI mit den Einwohnern bzw. dem Vorstand des besetzten Gebietes; Funscri bietet an, die Menschen bei Ihrer Arbeit zur Verbesserung der Lebenssituation zu unterstützen.
In den Gesprächen angesprochene Themen waren:
Wünsche und Bedürfnisse der Einwohner
Namensänderung auf „Barrio Madre Herlinda Moises“
Gespräche über die Bereitstellung eines Gemeindegrundstücks für gemeinnützige Zwecke wie Sportfeld, Schule, Kirche, Dorfplatz, etc.

November 2007
Auftreten des angeblichen Besitzers, der mit der Räumung des Barrios droht

Anfang Dezember 2007
Erste grosse Säuberungsaktion mit anschliessendem gemeinsamen Eintopfessen, am selben Tag Bruch zwischen den Einwohnern und dem von ihnen engagierten Anwalt, der sie bei ihren Legalisationsbemühungen juristisch unterstützen sollte

Dezember 2007
Regelmässige Besuche und Gespräche mit Vertretern von FUNSCRI und der Landbesetzung über den baldigen Abschluss der Landsäuberung und Vermessung des Gemeindegrundstücks

Dezember 2007/Jänner 2008
Die Bevölkerung besteht aus Vertrieben und Armen aus den verschiedensten Teilen Kolumbiens, Gemeinschaft und Vertrauen ist noch weit entfernt, deswegen kommt es oft zu Streitereien und Missverständnissen. FUNSCRI versucht dabei als Vermittler zwischen den verschiedenen Streitparteien zu agieren
Erste Gerüchte über eine Vertreibung durch die Polizei tauchen auf

27. Jänner 2008
FUNSCRI schenkt einen Fussball und organisiert ein erstes Turnier mit den Bewohnern der Invasion -> die Jugendlichen und Kinder zeigten Interesse und grosse Beteiligung

2. Februar 2008
Zweites Fussballturnier unter der Leitung der Fundacion unter Beobachtung von 100 ausgerüsteten Polizisten

6. Februar 2008
Erster Versuch zur Räumung des Barrios durch die kolumbianische Staatsgewalt – scheitert jedoch am Widerstand der Einwohner

7. Februar 2008
Unterschriftenaktion der Einwohner vom Barrio Madre Herlinda und die Verfassung eines Briefes mit Forderungskatalog an die Bürgermeisterin

11. Februar 2008
Zweiter Versuch zur Räumung des Barrios – dieser wird von der Polizei erfolgreich durchgeführt
Erste Informationskampagne von FUNSCRI in Österreich, Deutschland u. anderen Ländern über die Vertreibung
Nach der brutalen Räumung bauen die Vertriebenen sich am Rande des Grundstücks notdürftige Behausungen, diese wurden aber durch regelmässige Besuche der Polizei bis Ende März wieder und wieder zerstört
Start der Nothilfeaktion für die betroffenen Personen mit Lebensmitteln und Medikamenten. Es stellt sich heraus, dass der Anwalt, der die Besetzer verteidigen sollte, von dem angeblichen Besitzer gekauft wurde und dadurch die Räumung erst möglich wurde.

18. Februar 2008
Demonstration der Vertriebenen vor dem Bürgermeisteramt von Cartagena; Die Bürgermeisterin lädt daraufhin zu einer Versammlung im Kulturzentrum von FUNSCRI ein und stellt für die Rückreise der Demonstranten einen Bus zur Verfügung
Erste Versammlung mit Vertretern des Bürgermeisteramtes, den Einwohnern des Barrios und FUNSCRI zur Lösung des miserablen Zustandes, Weitere folgen in diesem und dem darauffolgenden Monat;
FUNSCRI stellt eine Sozialarbeiterin zur Unterstützung;

20. Februar 2008
Die katholische Männerbewegung Österreich startet eine Unterschriftenaktion, die mit einem offiziellen Protestbrief an die Bürgermeisterin geschickt werden soll http://www.seisofrei.at/ssf-kontakt-feedback.htm

In den weiteren Tagen werden von verschiedenen Personen aus Österreich und Deutschland Protestbriefe an die Verantwortlichen dieses Chaos geschickt;
23. Februar 2008
Gesundheitsoffensive der kolumbianischen Marine und anderen Behörden für die Betroffenen im Barrio

Ende Februar 2008
Das Rote Kreuz führt um 4 Uhr morgens einen Zensus durch. Dieser ist notwendig für weitere soziale Aktivitaeten des Buergermeisteramtes; Die Einwohner protestierten, da viele Unterschlupf bei Freunden und Verwandten gefunden haben aber wegen der Uhrzeit nicht in dem Zensus aufgenommen wurden;

März 2008
Durch Gespräche mit Vertretern des Bürgermeisteramtes und den Vertriebenen stellt sich indirekt heraus, dass es ganz in der Nähe der Invasion ein freies Grundstück gibt, dass der Stadt Cartagena gehört, wobei es der Stadt durch kolumbianisches Recht nicht gestattet ist, das Land den Leuten ohne Infrastruktur (Wasser-, Strom- Abwasserkanal) zu überlassen;

Mitte März 2008
Besetzung des neuen Grundstücks, ebenfalls wird in dieser Zeit ein neuer Vorstand des Barrios gewählt, der nun die Interessen der Bewohner besser und gerechter vertreten soll, Ebenfalls wird ein neuer Anwalt engagiert um die Besetzungen zu legalisierenDie notdürftigen Hütten werden jedoch bei einer weiteren Polizeiaktion mit Benzin überschüttet und abermals verbrannt;

Ende März 2008
In einer Versammlung mit dem Vorstand des Barrios und mehreren Vertretern der Stadtverwatlung versichern die Beamten, dass es in den nächsten 5 Monaten zu keiner weiteren Vertreibung kommt, d.h. dass es keine Zusprechung des Grundstücks ist, sondern es soll innerhalb dieser Zeit eine vernünftige Lösung gefunden werden; Gründung von Arbeitsgruppen, die sich jeweils eines bestimmten Themas wie Gesundheit, Bildung, Freizeit, etc. annehmen

Anfang April 2008
Das Bürgermeisteramt organisiert einen Weiterbildungskur, der den Bewohnern und vor allem den Mitgliedern der Arbeitsgruppen in den Gebieten Gruppenarbeit, Zusammanhalt, Unterstützung des Nächsten und Kommunikation Unterricht erteilt, um die Zusammenarbeit produktiv und friedlich zu gestalten

8. April 2008
Die katholische Männerbewegung besucht das Barrio Madre Herlinda Moises und überbringt Grüsse und moralische Unterstützung. Zur gleichen Zeit macht der ORF Aufnahmen und Interviews mit den Bewohnern

9. April 2008
Der lokale Fernsehsender berichtet über den Besuch der katholischen Männerbewegung und des ORFs; Dabei wird auch ein Zugeständnis der Bürgermeistern über falsches Vorgehen im Fall Barrio Madre Herlinda Moises ausgestrahlt; Die Proteste aus Österreich, Deutschland und der ansässigen Bevölkerung erweist sich als sehr hilfreich und wirkungsvoll.

12. April 2008
Durchführung eines Zensus zur Erfassung der in den Hütten lebenden Einwohner des Barrios durch FUNSCRI und Umfrage zur Klärung allgemeiner Bedürfnisse und Probleme der Menschen

15. April 2008
Zur Zeit wohnen ca. 170 Familien unter notürftigen Behausungen; Sie versuchen mit Abfallholz aus der nahegelegenen Industriezohne neue bessere Holzhütten zu bauen; Sicherlich wird es in Zukunft auch noch weitere Schwierigkeiten geben; Bis Ende April soll die Unterschriftenaktion laufen und weitere Protesbriefe können an folgende E-Mailadresse geschickt werden: barrio_madre_herlinda_moises@yahoo.de

 

 





Barrio Madre Herlinda Moises

16 02 2008

Barrio Madre Herlinda Moises 

Von dem Dorfteil, der sich nun Barrio Madre Herlinda Moises nennt, habe ich auf meiner Homepage unter dem Artikel “Landbesetztung” schon einmal berichtet. Nun möchte ich euch die aktuellsten Entwicklungen schildern, sowie einen Überblick über unsere Ideen geben, die ansatzweise verwirklicht wurden:

  • Nach einigen Versammlungen wurde von der Junta (Vorstand vom Viertel) einstimmig die Zusage zu unserem Namensvorschlag gegeben.  Das Barrio wurde nach der Gründerin von FUNSCRI “Madre Herlinda Moises” benannt. Dies sollte dem Barrio den Vorteil bringen, einen authentischen Namen zu besitzten, der durch das Ansehen der Schwester geprägt ist. Somit erlangt das Barrio einen Schutz, denn der Dorfname kann nun auch in den internationlane Zeitungen auf den ersten Blick erkannt werden.  So wurden zwei Dorfschilder angefertigt, die am Rande des Barrios aufgestellt wurden.

Dorfschild  Dorfschild  Dorfschild

  • Auf unseren Vorschlag hin -wie unter “Landbesetzung” Punkt 5 erwähnt- reagierten die Bewohner des Barrios mit der Säuberung eines zentral gelegenen Platzes, die von uns durch fleissige Hände, einem Mittagessen (Suppe aus riessigem Topf) und Werkzeugen unterstütz wurde. Auf diesem Platz fanden mehrer Fussbalspiele statt und im Februrar wollten wir damit beginnen, eine Kirche auf diesem Platz zu bauen.

Säuberungsaktion  Nach der Säuberungsaktion  Säuberungsaktion

Säuberungsaktion  Versammlung

  • Auch die Planung der Strominstallationen war schon in vollem Gange und die ersten Kostenvoranschläge der Generatoren wurden erstellt.
  • Was das grosse Problem mit dem Hochwasser betrifft, wurden erste Kanäle vergrössert und weitere geplant.
  • Die Leute haben angefangen sich ihre Häuser zu errichten, Mais anzuplanzen und sich eine neue Existenz aufzubauen.

Existenzaufbau  Existenzaufbau  Heppa

DANACH …








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