Mission Jugendgruppe!

11 10 2007

Am 6 Oktober haben wir das neue Projekt gestartet, welches sich Jugendgruppe nennt:

   dankende Kinderaugen

Kurz zur Erklärung: In Pasacaballos gibt es sehr sehr viele Kinder. Diese Kinder haben täglich ca. 6 Stunden Unterricht. Danach gehen sie nach Hause und spielen irgendwas, arbeiten zu Hause oder machen einfach nichts. Das Problem hierbei ist, dass die Familienverhältnisse katastrophal sind. Es gibt unzählige Familien die nicht mehr als ein oder zwei Kinder ernähren können, haben jedoch 6 oder 7 Kinder. Die Väter sind in vielen Fällen bei anderen Frauen und haben dort noch Kinder, oder sind den ganzen Tag am arbeiten. Folgedesen haben die Kinder kaum Aufsicht, was einige Folgen mit sich zieht. Herumlungern in den Strassen und das oft bis spät in die Nacht. Betteln um sich was zu Essen kaufen zu können, oder auch mal eine Süssigkeit (Kinder sind Kinder). In den späteren Jahren, artet sich das in machen Fällen zur Jugendkriminalität, Bandenbildung, Kinderstrich, uvm. aus.

Und bei eben diesem Problem will sich FUNSCRI nun an den Grundwurzeln festbeissen. Wir möchten mit Jugendgruppen die Freizeitaktivität sinnvoll gestalten und den Kinder nebenbei gesellschaftliche Werte übermitteln, die in ihrer Erziehung leider oft ausbleiben. Wie zum Beispiel Respekt, welcher bei machen Kinder komplett und total nicht vorhanden ist. Dies haben wir mitbekommen, als wir am 6.Oktober eine Versammlung mit Kindern, die wir davor in allen Schulen in Pasacaballos angeworben haben, veranstalteten. Geplannt war die Gruppen einzuteilen und die Aktivitäten zu erklären. Gerechnet haben wir mit 150 Kindern, gekommen ist das doppelte und sogar die ausgebildeten Arbeiter von FUNSCRI hatten alle Mühe, dass die ganze Veranstaltung nicht total aus allen Schienen gerät. Ich glaube es war die anstrengenste Veranstaltungen bei der ich je mitorganisiert habe.

vorstellen    mareike umgeben von Kinder    gruppentrennung

Alles in allem bin ich aber bester Hoffnung, dass die Mission Jugendgruppe nicht eine „Mission Impossible“ wird. Ich werde auf jeden Fall wieder berichten. Was man wirklich braucht ist sehr viel Geduld, ein wenig Verständniss, dankende Kinderaugen und eine Vision, die einem die Hoffnung und Motivation zum weitermachen jeden Tag aufs neue schenkt.

los niños heavy 300 kinder gracias





meine Arbeit

7 10 2007

 Palmendach

Ja über meine Arbeit habe ich ja auch schon ein wenig berichtet, hat sich aber mitterweile wieder etwas getan. Mit der Speisekammer bin ich schon seit langer Zeit fertig. In den drei Monaten habe ich noch ein kleines Palmendach gebaut, (so richtig nach der Zimmermannskunst die ich in der Firma Hartmann erlernt habe :-) ) dass Schatten für tanzende und spielende Kinder spenden soll. Auch im Geschehen der Schulspeisung habe ich lange Zeit mitgewirkt. Die Projekte hier sind sehr weitgreifend und umfangreich und daher habe ich immer wieder die Möglichkeit, neben meiner Arbeit am Haus, weiter in das geschehen von Funscri blicken zu können. Wobei ich derzeit gerade wieder am Haus beschäftigt bin, und zwar als Elektrotechniker. Hierbei kommt mir das wenige Wissen, das ich “noch“ von der HTL irgendwo im verstaubten Wickel meines Gehirn lagern habe, zu gute. Ich versuche nämlich gerade ein neues Telefonsystem im ganzen Projektgelände zu installieren. Staubige und verdammt heise Angelegenheit, so direkt unter den heisen Aspest-Dachplatten - aber man ist ja auch solche Arbeit gewöhnt :-) . Am Abend helfe ich ein zwei mal in der Woche, meinem Projektleiter Reinhold mit der Korenspondenzarbeiten von FUNSCRI. Eine Arbeit die ich von Alex übernommen habe und auch deswegen sehr gerne ausführe, weil man hier direkt hinter die Kolissen eines Entwicklungsprojektes blicken kann.

Die Speisekammer  neue Tür  Mein Palmendach  Palmendach

Der neueste Auftrag den ich gerade vor kurzen abgeschlossen habe, waren Whiteboard-Tafeln für die Projekte. Auch hierbei kam mir wieder meine erlernte Arbeit zu gute. Der grösste Erflog allerdings war, als ich es geschafft habe einem Mitarbeiter beizubringen, wie man sich einen Wickel und eine 45 Grad Schmiege provisorisch bauen um damit dann Gärungen zu schneiden. (Wie immer wird hier stark improvisiert und gerechnet mit dem 3×4x5 System! :-) ) Es ist hier nämlich nicht immer leicht den Leuten was beizubringen. Oft verstehen sie nicht warum sie etwas anderes lernen sollen, wenn doch die alte Methode immer „funktioniert“ hat. Ein anderes Problem, was die Arbeit oft erschwärlich macht, ist es die Leute zu motivieren und diese Motivation auch aufrecht zu erhalten. Wenn du aber die Überhand ergreifst, stellt sich bei manch einem das Bild ein, dass du ohnehin der Chef bist und wenn du nicht da bist, oder gerade durch eine andere Arbeit verhindert bist, dann liegt man sich halt mal eben schnell in die Sonne und hängt den Bauch in die Luft, anstatt zu überlegen welche Arbeiten als nächstes auszuführen wären. Ja… da komm ich oft, als westeuropäischer -um nicht sogar zu sagen Österreichischer Zimmerer- oft an ein paar Schmerzgrenzen. Das ist ein Thema an dem ich auf jeden Fall auch noch arbeiten muss, denn die Gemütlichkeit die einige Leute hier zu Tage legen, kann im nicht übertriebenem Zustand noch eine Lebenslehre für einige Westeuropäische Leute sein. Eines ist klar was das „leben des Lebens“ betrifft, sind uns die Kolumbianer von hier sicher eine Nasenlänge voraus…

Whiteboard  Whiteboard-Ständer