
Ja über meine Arbeit habe ich ja auch schon ein wenig berichtet, hat sich aber mitterweile wieder etwas getan. Mit der Speisekammer bin ich schon seit langer Zeit fertig. In den drei Monaten habe ich noch ein kleines Palmendach gebaut, (so richtig nach der Zimmermannskunst die ich in der Firma Hartmann erlernt habe
) dass Schatten für tanzende und spielende Kinder spenden soll. Auch im Geschehen der Schulspeisung habe ich lange Zeit mitgewirkt. Die Projekte hier sind sehr weitgreifend und umfangreich und daher habe ich immer wieder die Möglichkeit, neben meiner Arbeit am Haus, weiter in das geschehen von Funscri blicken zu können. Wobei ich derzeit gerade wieder am Haus beschäftigt bin, und zwar als Elektrotechniker. Hierbei kommt mir das wenige Wissen, das ich “noch“ von der HTL irgendwo im verstaubten Wickel meines Gehirn lagern habe, zu gute. Ich versuche nämlich gerade ein neues Telefonsystem im ganzen Projektgelände zu installieren. Staubige und verdammt heise Angelegenheit, so direkt unter den heisen Aspest-Dachplatten - aber man ist ja auch solche Arbeit gewöhnt
. Am Abend helfe ich ein zwei mal in der Woche, meinem Projektleiter Reinhold mit der Korenspondenzarbeiten von FUNSCRI. Eine Arbeit die ich von Alex übernommen habe und auch deswegen sehr gerne ausführe, weil man hier direkt hinter die Kolissen eines Entwicklungsprojektes blicken kann.
Der neueste Auftrag den ich gerade vor kurzen abgeschlossen habe, waren Whiteboard-Tafeln für die Projekte. Auch hierbei kam mir wieder meine erlernte Arbeit zu gute. Der grösste Erflog allerdings war, als ich es geschafft habe einem Mitarbeiter beizubringen, wie man sich einen Wickel und eine 45 Grad Schmiege provisorisch bauen um damit dann Gärungen zu schneiden. (Wie immer wird hier stark improvisiert und gerechnet mit dem 3×4x5 System!
) Es ist hier nämlich nicht immer leicht den Leuten was beizubringen. Oft verstehen sie nicht warum sie etwas anderes lernen sollen, wenn doch die alte Methode immer „funktioniert“ hat. Ein anderes Problem, was die Arbeit oft erschwärlich macht, ist es die Leute zu motivieren und diese Motivation auch aufrecht zu erhalten. Wenn du aber die Überhand ergreifst, stellt sich bei manch einem das Bild ein, dass du ohnehin der Chef bist und wenn du nicht da bist, oder gerade durch eine andere Arbeit verhindert bist, dann liegt man sich halt mal eben schnell in die Sonne und hängt den Bauch in die Luft, anstatt zu überlegen welche Arbeiten als nächstes auszuführen wären. Ja… da komm ich oft, als westeuropäischer -um nicht sogar zu sagen Österreichischer Zimmerer- oft an ein paar Schmerzgrenzen. Das ist ein Thema an dem ich auf jeden Fall auch noch arbeiten muss, denn die Gemütlichkeit die einige Leute hier zu Tage legen, kann im nicht übertriebenem Zustand noch eine Lebenslehre für einige Westeuropäische Leute sein. Eines ist klar was das „leben des Lebens“ betrifft, sind uns die Kolumbianer von hier sicher eine Nasenlänge voraus…
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