Barrio Madre Herlinda Moises

16 02 2008

Barrio Madre Herlinda Moises 

Von dem Dorfteil, der sich nun Barrio Madre Herlinda Moises nennt, habe ich auf meiner Homepage unter dem Artikel „Landbesetztung“ schon einmal berichtet. Nun möchte ich euch die aktuellsten Entwicklungen schildern, sowie einen Überblick über unsere Ideen geben, die ansatzweise verwirklicht wurden:

  • Nach einigen Versammlungen wurde von der Junta (Vorstand vom Viertel) einstimmig die Zusage zu unserem Namensvorschlag gegeben.  Das Barrio wurde nach der Gründerin von FUNSCRI „Madre Herlinda Moises“ benannt. Dies sollte dem Barrio den Vorteil bringen, einen authentischen Namen zu besitzten, der durch das Ansehen der Schwester geprägt ist. Somit erlangt das Barrio einen Schutz, denn der Dorfname kann nun auch in den internationlane Zeitungen auf den ersten Blick erkannt werden.  So wurden zwei Dorfschilder angefertigt, die am Rande des Barrios aufgestellt wurden.

Dorfschild  Dorfschild  Dorfschild

  • Auf unseren Vorschlag hin -wie unter „Landbesetzung“ Punkt 5 erwähnt- reagierten die Bewohner des Barrios mit der Säuberung eines zentral gelegenen Platzes, die von uns durch fleissige Hände, einem Mittagessen (Suppe aus riessigem Topf) und Werkzeugen unterstütz wurde. Auf diesem Platz fanden mehrer Fussbalspiele statt und im Februrar wollten wir damit beginnen, eine Kirche auf diesem Platz zu bauen.

Säuberungsaktion  Nach der Säuberungsaktion  Säuberungsaktion

Säuberungsaktion  Versammlung

  • Auch die Planung der Strominstallationen war schon in vollem Gange und die ersten Kostenvoranschläge der Generatoren wurden erstellt.
  • Was das grosse Problem mit dem Hochwasser betrifft, wurden erste Kanäle vergrössert und weitere geplant.
  • Die Leute haben angefangen sich ihre Häuser zu errichten, Mais anzuplanzen und sich eine neue Existenz aufzubauen.

Existenzaufbau  Existenzaufbau  Heppa

DANACH …





Gewaltsame Vertreibung im Barrio Madre Herlinda Moises

16 02 2008

  http://www.eluniversal.com.co/noticias/20080211/ctg_loc_unas_150_casas_han_sido_removidas_en_des.html

Neue Schlagzeilen in Kolumbiens Zeitungen:

Schlagzeile um Schlagzeile dringt die Nachricht bis nach Bogotá vor, in den Medien wird das Desaster ausgestrahlt und innerhalb kürzester Zeit weiss ganz Kolumbien über das Desalojo (Räumung, Vertreibung) von Pasacaballos bescheid. Wiedereinmal herrscht in Pasacaballos Ausnahmezustand. Was erst nur als Gerücht galt, entpuppte sich leider doch als blanke Realität. Das Barrio Madre Herlinda Moises, was damals noch als Invasion in den Medien bezeichnet wurde, wird vom Militär, Sonderneiheiten und Bulldozern gewaltsam geräumt. Von Tränengas Geschädigte, unter Schock stehende Leute, schreiende Kinder und verzweifelte Familien ringen um ihr weniges Hab und Gut. Die Leute sind geschockt, was macht der Staat?

www.eluniversal.com.co  www.eluniversal.com.co  www.eluniversal.com.co  www.eluniversal.com.co

Es soll über diese menschenverachtende und menschenentwürdigende Vertreibung informiert werden. Damit möchten wir versuchen, unter anderem auch internationalen Druck auf das Bürgermeisteramt von Cartagena und den Gouverneur auszuüben. Denn die Regierung der Stadt Cartagena soll auch Rücksicht auf die „Kleinsten“ nehmen und zu ihrem Barrio Pasacaballos stehen. Cartagena soll nicht nur für ihre Touristen glänzen und ihre wirtschaftlichen Ziele verfolgen, sondern sich auch für ihre arme Bevölkerung einsetzen.

Hiermit veröffentliche ich einen Augenzeugenbericht eines Zivildieners und hier könnt ihr aktuelle Zeitungsartikel des Lokalblattes „El Universal“ über das Desalojo von Pasacaballos nachlesen und noch mehr Bilder ansehen.