Kolumbien wieder einmal anderst erleben.

Am Wochenende machten sich Florian und ich auf in das Dorf Sampues. Dieses befindet sich ca. 10 km entfernt von Sincelejo - der Hauptstadt des Departamentos Sucre. Sampues ist in ganz Kolumbien berühmt für seine guten Tischler die qualitativ hochwertige Möbel herstellen. Viele dieser Möbel werden nach Venezuela exportiert, während die anderen in der Artesania (>Kunsthandwerk< Strasse in der sich ein Geschäft neben das andere drängt, um die verschiedensten Möbel und sonstiges zu präsentieren) von Kolumbianern aus alles Ecken des Landes, zum Teil LKW-fach, eingekauft werden.
Unser Auftrag war für den neuen Essensraum (Küche und Essraum hab ich mittlerweile fertiggestellt) neue lederbezogene Stühle und einen ausziehbaren Tisch zu bestellen. Die Sache war nur die, dass man sich ganz bestimmte Stühle vorstellt und ausziehbare Tische in Kolumbien eher eine Seltenheit sind. Also tüftelten Reynaldo und ich erst mal ein einfaches System aus, wie man denn so einen Tisch mit 4,50m Länge bauen könnte. Ein Tag später am 31.Mai machten wir uns dann, bewaffnet mit einem „schwindeligem Plan“, 1.000.000 Pesos zur Anzahlung und zwei Unterhosen auf dem Weg nach Sampues.
Ein Blick aus dem Fester und die Welt hat sich wieder verändert… Ein Grün breitet sich vor einem aus, so wie man es von den Alpwiesen in Österreich kennt. Die kleinen Hügel die sich in Mengen neben einander reihen, sind es was diese Gegenend so märchehaft wirken lässt. Vereinzelte schauen aus wie verloschene Vulkane, andere erinnern wage an die Hügelgräber, die man aus dem -Buch Herr der Ringe- kennt. Bevölkert wurden diese Wiesen schon vor langer Zeit mit den verschiedensten Baumarten. Viele wirken wie die prächtigen Savannenbäume aus Afrika, andere wie die Bäume auf denen ich als Kind meine Hütten gebaut habe. Die Palmen die wild in diesen Wiesen wachsen, machen das märchenhafte Bild perfekt…
Stunden später in Sampues angekommen werden wir gleich von el viejo Eduardo (74 jähriger kleiner Maurer der die ganze Fundacion aufgebaut hat und neben vielen anderen Aufgaben, auch mir beim Umbau geholfen und mir viel beigebracht hat) abgeholt und zu seinem Haus gebracht. Hier durften wir für die nächten paar Tage wieder mal Kolumbien live miterleben. Die Fröhlichkeit, Freundlichkeit, Einfachheit und das Wissen jeden Tag zu leben, sind es, was dieses Land noch bunter und schöner wirken lässt. Zuerst wird man allen vorgestellt, duschen Zimmer beziehen (was für uns frei gemacht wurde- denn die Häuser hier sind nicht so gross, dass man es sich leisten könnte ein Zimmer nur für Besuch zu nutzen-Platz ist aber dennoch immer) danach kommt Essen auf den Tisch und natürlich gibt es, wann immer man will, Kaffee. Wie uns die ganze Familie (die Familien hier sind gross und natürlich lernt man auch in 3 Tagen viele davon kennen) von Eduardo aufgenommen hat, uns geholfen, beraten, im Dorf rumgeführt hat, für uns gekocht hat, mit uns geredet hat und vieles mehr und alles mit einem herzlichem Lächeln und ehrlichem Händedruck…war eine wunderbare Erfahrung… Auf einer Reise trifft man oft mal Leute, die man nie wieder sehen wird, aber sie dir dennoch in dieser kurzen Zeit so viel mitgeben können, dass du sie nie wieder vergessen wirst…
Das mit unserem „schwindeligem Plan“ war so eine Sache. Die Tischler hier sind sehr gut, fleissig und bemüht, aber mit einem Plan können sie überhaupt nichts anfangen. Zudem hat uns Eduardo seinen alten Ferund empfohlen. Der hat zwar eine Brille -nicht wie Eduardo- allerdings nur noch ein Auge
X Male haben Florian und ich versucht ihnen unsere Idee des ausziehbaren Tisches zu erklähren, aber so richtig angekommen ist es nicht. Das hat uns dann auf die Idee gebracht, einfach noch einen Tag länger zu bleiben und ihnen ein kleines Model anzufertigen, dass wir dann auch wirklich das bekommen, was wir wollen. Jetzt können wir nur noch abwarten und hoffen, dass auch irgendwie das raus kommt was wir versucht haben zu erklähren. Vielleicht fahre ich auch noch mal hin und helfe ein wenig mit. Diese Gegend von Kolumbien hat mich sehr fasziniert und auch das schöne kleine Dorf, das viel sauberer und organisierter ist wie Pasacaballos, die Leute die pünktlicher und fleissiger sind und zu dem auch, bei weitem nicht so viel saufen wie die Leute aus Pasacaballos.
Zurück gings in einem Minibus, weil wir den letzten von Brasilia (Buslinie) verpasst haben. War sau eng, dafür durften wir diesmal die grünen Weiten dieser Gegend beobachten, wie sie sich ins Rot verfärben und sich der ganze Himmel, in einen wunderschönen Sonnenuntergang verwandelt. Weit und breit nichts, ausser die grüne Wunderwelt die sich langsam verdunkelt und der brennende Himmel, der bald den Sternen das leuchten überlies.
Die Reise hat uns wieder einmal eine andere Ecke von diesem vielseitigem Land gezeigt und uns um Erfahrungen berreichert. Danke… an wenn auch immer
















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