Cartagena

Die Karibikküste und Cartagena!

Falgge von Cartagena

Die Karibikküste setzt sich aus den Departamenten des Festlandes an der Atlantikküste (La Guajira, Magalena; César, Bolívar, Sucre und Córdoba) und den Inselgruppen San Andrés und Provindencia in den Antillen zusammen.

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An der Karibikküste Kolumbiens begann schon in der vorgeschichtlichen Zeit die Besiedelung von Südamerika und zudem war es die erste Region die von den Europäern, durch Kolumbus besiedelt wurde. Die erste Stadt die von den Spaniern in der neuen Welt im Jahre 1510 gedründet wurde, heisst ,,Santa Maria la Antigua del Darién” und ist mittlerweile von der Landkarte verschwunden. Sie war gleichzeitig die Wiege der Litaratur der Neuen Welt, weil hier -zur Verwunderung Europas- die ersten Chroniken über die Endeckung des Kontinents verfasst wurden.

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Im Laufe der Zeit wurden viele Städte an der Karibikküste gebaut, von denen aus der grausame Krieg gegen die Urbevölkerung begann. Städte wie zum Beispiel Santa Marta (1525; in der Simon Bolivar am 3 Dezember 1830 verstarb), Cartagena (1533), Riohacha (1545), Tolú (1535) und der Flusshafen Mompox (1540) gehörten zu den wichtigsten Hafenstädte der neuen Welt und erlaubten den Europäern Waffen, Krieger und Sklaven ins Land zu bringen. Ende des 16. Jahrhunderts war fast die Hälfte aller Schiffe, die nach Hispanoamerika kamen, Sklavenschiffe und Cartagena wurde zum grössten Sklaven-Umschlagplatz Amerikas. (die Sklaverei wurde erst im Jahre 1821 endgültig abgeschafft) Von diesen Hafen wurden zudem die eingeschmolzenen Schätze, der blühenden Hochkultur Südamerikas nach Spanien verschifft. Somit haben die Karibikstädte Kolumbiens, immer mehr an Bedeutung gewonnen und vor allem Cartagena avancierte sich immer mehr zur wichtigsten Hafenstadt des spanischen Imperiums.

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Cartagena wurde im Jahre 1533 durch Don Pedro de Herredia gegründet. Durch ihre enorme Wichtigkeit war die Stadt ein begehrtes Ziel von Piraten und Korsaren, sowie Franzosen und Engländer, die mit Spanien um die Weltherrschaft rivalisierten. Im Jahre 1556 begannen die spanischen Herrscher die Stadt mit Festungsmauern und Burgen zu schützen bis sie schliesslich eine ummauerte Stadt wurde, die gegen äussere Angriffe uneinnehmbar war. Ein Meisterwerk der spanischen Militärarchitektur, gedüngt mit dem Blut der Sklaven, die an diesem Bauwerk ihr Leben liessen.

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Der Zauber der Kolonialzeit ist in der Altstadt von Cartagena (ciudad vieja) jedoch erhalten geblieben. Ihre engen Gassen, bunten Häuser und die zu über 90 Prozent erhaltenen Festungsmauern, wecken die Fantasien der Leute, sich auf einer Reise in die lebende Vergangenheit der Stadt zu befinden. Inspirationen, die zum Beispiel der Literaturnobelpreisträger Gabriel García Márquez (einer der bekanntesten Schrifsteller Kolumbiens) nützt, um Werke wie „die Liebe in den Zeiten der Cholara“ zu verfassen. Somit ist es verständlich, dass die Altstadt von Cartagena 1959 zum nationalen Kulturerbe und seit 1984 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde.

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Nun fasst die Stadt knapp eine Million Einwohner und gehört zu den beliebtesten Touristengebiete in ganz Kolumbien. Touristen, die von überall her kommen und somit auch die Strassenhändler und Strassenkünstler anziehen. Durch ihr Auftreten lassen sie die ohnehin schon bunte Stadt, am Tag wie auch in der Nacht, noch lebhafter und farbenfroher erscheinen. Sei es durch den kreativen Schmuck, der verkauft wird, der Duft der kolumbianischen Essspezialitäten oder die Tanzgruppen, die in der Nacht an einigen Plätzen eine beeindruckende Vorführung ihres Könnens darbieten. Typisch für Kolumbien ist natürlich auch die ständige Präsenz von Militär und Polizei, die durch den enormen Anlauf von Touristen noch verstärkt wird.

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Was so eine grosse Stadt natürlich mit sich bringt, ist die Armut. Kolumbien ist ein Land, in dem man wahnsinnige Gegensätze erleben kann. (mehr wie ich während meiner Reise durch Zentralamerika erlebt habe) Ein ganz krasses Beispiel dafür, legt das Reichenviertel ,,Boca Grande“ in Cartagena zu Tage. Hier kann man sich Kleidung kaufen, die den finanziellen Rahmen des Ottonormalverbraucher aus Österreich sprengen und Hotelzimmer für weit über 300 US Dollar am Tag mieten. In diesem Viertel ist der Tourist mit grossem Geldbeutel und der ,,Liebe zu Kindern“ sehr gegenwärtig. Sextourismus schreibt auch in Cartagena schon lange Geschichte und der Kinderstrich wird von Tag zu Tag grösser. Kinder von 12 Jahren stehen in den Strassen von Cartagena, abgemagert und krank und warten auf ein Leben, das ihnen fremd ist, träumen einen Traum, den sie nicht verstehen und lachen, um die Leute nicht unglücklich zu machen, die sich an ihren kleinen Körper vergehen als wären es Puppen. Der Kinderstrich breitet sich mittlerweile schon bis nach Pasacaballos aus und ist allgegenwärtig. Eines der vielen Probleme, die die Schönheit der Karibik und der Stadt Cartagena in ein anderes Licht rücken.

Denn wenn die Augen auf das gerichtet sind, was sie zu sehen glauben, dann ist das keine Scheinwelt sondern die Realtiät. – Leider haben das viele noch nicht begriffen.

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