Seit Anfang 2007
Besetzung eines Landstriches vor Pasacaballos durch Menschen, die sich dort eine neue Existenz aufbauen wollen;
August/September 2007
Hochwasser in dem besetzten Gebiet erste Hilfsaktion von Funscri: medizinische Versorgung wie auch Lebensmittel
Oktober 2007
Erste Gespräche von FUNSCRI mit den Einwohnern bzw. dem Vorstand des besetzten Gebietes; Funscri bietet an, die Menschen bei Ihrer Arbeit zur Verbesserung der Lebenssituation zu unterstützen.
In den Gesprächen angesprochene Themen waren:
Wünsche und Bedürfnisse der Einwohner
Namensänderung auf „Barrio Madre Herlinda Moises“
Gespräche über die Bereitstellung eines Gemeindegrundstücks für gemeinnützige Zwecke wie Sportfeld, Schule, Kirche, Dorfplatz, etc.
November 2007
Auftreten des angeblichen Besitzers, der mit der Räumung des Barrios droht
Anfang Dezember 2007
Erste grosse Säuberungsaktion mit anschliessendem gemeinsamen Eintopfessen, am selben Tag Bruch zwischen den Einwohnern und dem von ihnen engagierten Anwalt, der sie bei ihren Legalisationsbemühungen juristisch unterstützen sollte
Dezember 2007
Regelmässige Besuche und Gespräche mit Vertretern von FUNSCRI und der Landbesetzung über den baldigen Abschluss der Landsäuberung und Vermessung des Gemeindegrundstücks
Dezember 2007/Jänner 2008
Die Bevölkerung besteht aus Vertrieben und Armen aus den verschiedensten Teilen Kolumbiens, Gemeinschaft und Vertrauen ist noch weit entfernt, deswegen kommt es oft zu Streitereien und Missverständnissen. FUNSCRI versucht dabei als Vermittler zwischen den verschiedenen Streitparteien zu agieren
Erste Gerüchte über eine Vertreibung durch die Polizei tauchen auf
27. Jänner 2008
FUNSCRI schenkt einen Fussball und organisiert ein erstes Turnier mit den Bewohnern der Invasion -> die Jugendlichen und Kinder zeigten Interesse und grosse Beteiligung
2. Februar 2008
Zweites Fussballturnier unter der Leitung der Fundacion unter Beobachtung von 100 ausgerüsteten Polizisten
6. Februar 2008
Erster Versuch zur Räumung des Barrios durch die kolumbianische Staatsgewalt – scheitert jedoch am Widerstand der Einwohner
7. Februar 2008
Unterschriftenaktion der Einwohner vom Barrio Madre Herlinda und die Verfassung eines Briefes mit Forderungskatalog an die Bürgermeisterin
11. Februar 2008
Zweiter Versuch zur Räumung des Barrios – dieser wird von der Polizei erfolgreich durchgeführt
Erste Informationskampagne von FUNSCRI in Österreich, Deutschland u. anderen Ländern über die Vertreibung
Nach der brutalen Räumung bauen die Vertriebenen sich am Rande des Grundstücks notdürftige Behausungen, diese wurden aber durch regelmässige Besuche der Polizei bis Ende März wieder und wieder zerstört
Start der Nothilfeaktion für die betroffenen Personen mit Lebensmitteln und Medikamenten. Es stellt sich heraus, dass der Anwalt, der die Besetzer verteidigen sollte, von dem angeblichen Besitzer gekauft wurde und dadurch die Räumung erst möglich wurde.
18. Februar 2008
Demonstration der Vertriebenen vor dem Bürgermeisteramt von Cartagena; Die Bürgermeisterin lädt daraufhin zu einer Versammlung im Kulturzentrum von FUNSCRI ein und stellt für die Rückreise der Demonstranten einen Bus zur Verfügung
Erste Versammlung mit Vertretern des Bürgermeisteramtes, den Einwohnern des Barrios und FUNSCRI zur Lösung des miserablen Zustandes, Weitere folgen in diesem und dem darauffolgenden Monat;
FUNSCRI stellt eine Sozialarbeiterin zur Unterstützung;
20. Februar 2008
Die katholische Männerbewegung Österreich startet eine Unterschriftenaktion, die mit einem offiziellen Protestbrief an die Bürgermeisterin geschickt werden soll http://www.seisofrei.at/ssf-kontakt-feedback.htm
In den weiteren Tagen werden von verschiedenen Personen aus Österreich und Deutschland Protestbriefe an die Verantwortlichen dieses Chaos geschickt;
23. Februar 2008
Gesundheitsoffensive der kolumbianischen Marine und anderen Behörden für die Betroffenen im Barrio
Ende Februar 2008
Das Rote Kreuz führt um 4 Uhr morgens einen Zensus durch. Dieser ist notwendig für weitere soziale Aktivitaeten des Buergermeisteramtes; Die Einwohner protestierten, da viele Unterschlupf bei Freunden und Verwandten gefunden haben aber wegen der Uhrzeit nicht in dem Zensus aufgenommen wurden;
März 2008
Durch Gespräche mit Vertretern des Bürgermeisteramtes und den Vertriebenen stellt sich indirekt heraus, dass es ganz in der Nähe der Invasion ein freies Grundstück gibt, dass der Stadt Cartagena gehört, wobei es der Stadt durch kolumbianisches Recht nicht gestattet ist, das Land den Leuten ohne Infrastruktur (Wasser-, Strom- Abwasserkanal) zu überlassen;
Mitte März 2008
Besetzung des neuen Grundstücks, ebenfalls wird in dieser Zeit ein neuer Vorstand des Barrios gewählt, der nun die Interessen der Bewohner besser und gerechter vertreten soll, Ebenfalls wird ein neuer Anwalt engagiert um die Besetzungen zu legalisierenDie notdürftigen Hütten werden jedoch bei einer weiteren Polizeiaktion mit Benzin überschüttet und abermals verbrannt;
Ende März 2008
In einer Versammlung mit dem Vorstand des Barrios und mehreren Vertretern der Stadtverwatlung versichern die Beamten, dass es in den nächsten 5 Monaten zu keiner weiteren Vertreibung kommt, d.h. dass es keine Zusprechung des Grundstücks ist, sondern es soll innerhalb dieser Zeit eine vernünftige Lösung gefunden werden; Gründung von Arbeitsgruppen, die sich jeweils eines bestimmten Themas wie Gesundheit, Bildung, Freizeit, etc. annehmen
Anfang April 2008
Das Bürgermeisteramt organisiert einen Weiterbildungskur, der den Bewohnern und vor allem den Mitgliedern der Arbeitsgruppen in den Gebieten Gruppenarbeit, Zusammanhalt, Unterstützung des Nächsten und Kommunikation Unterricht erteilt, um die Zusammenarbeit produktiv und friedlich zu gestalten
8. April 2008
Die katholische Männerbewegung besucht das Barrio Madre Herlinda Moises und überbringt Grüsse und moralische Unterstützung. Zur gleichen Zeit macht der ORF Aufnahmen und Interviews mit den Bewohnern
9. April 2008
Der lokale Fernsehsender berichtet über den Besuch der katholischen Männerbewegung und des ORFs; Dabei wird auch ein Zugeständnis der Bürgermeistern über falsches Vorgehen im Fall Barrio Madre Herlinda Moises ausgestrahlt; Die Proteste aus Österreich, Deutschland und der ansässigen Bevölkerung erweist sich als sehr hilfreich und wirkungsvoll.
12. April 2008
Durchführung eines Zensus zur Erfassung der in den Hütten lebenden Einwohner des Barrios durch FUNSCRI und Umfrage zur Klärung allgemeiner Bedürfnisse und Probleme der Menschen
15. April 2008
Zur Zeit wohnen ca. 170 Familien unter notürftigen Behausungen; Sie versuchen mit Abfallholz aus der nahegelegenen Industriezohne neue bessere Holzhütten zu bauen; Sicherlich wird es in Zukunft auch noch weitere Schwierigkeiten geben; Bis Ende April soll die Unterschriftenaktion laufen und weitere Protesbriefe können an folgende E-Mailadresse geschickt werden: barrio_madre_herlinda_moises@yahoo.de
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