die Zwangsgemeinschaft

4 11 2007

 auf die Zwangsgemeinschaft

Vor ca. 2 Monaten ist noch der letzte Zivildiener eingetroffen. Ephraim der aus der „gleichen Ecke“ kommt wie ich. Zwar Rankweil und Oberland, aber das macht in Kolumbien keinen Unterschied mehr. Nun ist also unsere ZWANGSGEMEINSCHAFT seit 2 Monaten komplett - Mareike, Florain, Ephraim und ich. Alle haben sich gut in Pasacaballos eingelebt und auch wir Voluntarios haben uns mittlerweile schon gut zusammengerauft.  :-)

Klingt alles schlimmer wie es ist. Wir verstehen uns super und ich denke, dass wir noch ein richtig starkes uns gutes Team werden in diesem Jahr. Mir gefällt es auf jeden Fall mit den drein zusammen zu arbeiten und Sachen zu unternehmen. :-)

gemütlicher Cocktailabend   ein wenig später mit ron de medellin   gemütlicher Cocktailabend





grupo de musica

4 11 2007

Vor ca. zwei Monaten bin ich mit ein paar Kolegen vor der Farmacia gestanden und habe über alles mögliche geredet. Während meiner anregenden Konversation mit dem Nachtwächter von FUNSCRI ist auf einmal ein junger Mann Gitarre spielend die Strasse entlang gelaufen. Er spielte sehr gut und brachte mir ein paar kolumbianische Lieder bei. Bei einer Veranstaltung in Pasacaballos vor ca. einem Monat hab ich ihn dann wieder getroffen. Während eines Gespräch habe ich ihn gefragt, ob er nicht lust hätte mit mir eine Musikgruppe zu gründen. Alberto, so heisst der junge Gitarrist, hat voller Motivation eingestimmt und gesagt: ,,Ok nächste Woche fangen wir an und ich bringe noch ein paar Leute mit“…

Nun sind wir seid ca. 3 Wochen am proben und möchten spätestens zu Weihnachten unser erstes Konzert in der Kirche von Pasacaballos spielen. Die Leute in der Gruppe sind echt voll motiviert was mir wiederrum total Spass macht. Mal sehen was daraus wird, aber ich bin wie immer bester Hoffnung.

Musikgruppe   unsere Sängerinnen   mareike an der klarinette





Mission Jugendgruppe!

11 10 2007

Am 6 Oktober haben wir das neue Projekt gestartet, welches sich Jugendgruppe nennt:

   dankende Kinderaugen

Kurz zur Erklärung: In Pasacaballos gibt es sehr sehr viele Kinder. Diese Kinder haben täglich ca. 6 Stunden Unterricht. Danach gehen sie nach Hause und spielen irgendwas, arbeiten zu Hause oder machen einfach nichts. Das Problem hierbei ist, dass die Familienverhältnisse katastrophal sind. Es gibt unzählige Familien die nicht mehr als ein oder zwei Kinder ernähren können, haben jedoch 6 oder 7 Kinder. Die Väter sind in vielen Fällen bei anderen Frauen und haben dort noch Kinder, oder sind den ganzen Tag am arbeiten. Folgedesen haben die Kinder kaum Aufsicht, was einige Folgen mit sich zieht. Herumlungern in den Strassen und das oft bis spät in die Nacht. Betteln um sich was zu Essen kaufen zu können, oder auch mal eine Süssigkeit (Kinder sind Kinder). In den späteren Jahren, artet sich das in machen Fällen zur Jugendkriminalität, Bandenbildung, Kinderstrich, uvm. aus.

Und bei eben diesem Problem will sich FUNSCRI nun an den Grundwurzeln festbeissen. Wir möchten mit Jugendgruppen die Freizeitaktivität sinnvoll gestalten und den Kinder nebenbei gesellschaftliche Werte übermitteln, die in ihrer Erziehung leider oft ausbleiben. Wie zum Beispiel Respekt, welcher bei machen Kinder komplett und total nicht vorhanden ist. Dies haben wir mitbekommen, als wir am 6.Oktober eine Versammlung mit Kindern, die wir davor in allen Schulen in Pasacaballos angeworben haben, veranstalteten. Geplannt war die Gruppen einzuteilen und die Aktivitäten zu erklären. Gerechnet haben wir mit 150 Kindern, gekommen ist das doppelte und sogar die ausgebildeten Arbeiter von FUNSCRI hatten alle Mühe, dass die ganze Veranstaltung nicht total aus allen Schienen gerät. Ich glaube es war die anstrengenste Veranstaltungen bei der ich je mitorganisiert habe.

vorstellen    mareike umgeben von Kinder    gruppentrennung

Alles in allem bin ich aber bester Hoffnung, dass die Mission Jugendgruppe nicht eine „Mission Impossible“ wird. Ich werde auf jeden Fall wieder berichten. Was man wirklich braucht ist sehr viel Geduld, ein wenig Verständniss, dankende Kinderaugen und eine Vision, die einem die Hoffnung und Motivation zum weitermachen jeden Tag aufs neue schenkt.

los niños heavy 300 kinder gracias





meine Arbeit

7 10 2007

 Palmendach

Ja über meine Arbeit habe ich ja auch schon ein wenig berichtet, hat sich aber mitterweile wieder etwas getan. Mit der Speisekammer bin ich schon seit langer Zeit fertig. In den drei Monaten habe ich noch ein kleines Palmendach gebaut, (so richtig nach der Zimmermannskunst die ich in der Firma Hartmann erlernt habe :-) ) dass Schatten für tanzende und spielende Kinder spenden soll. Auch im Geschehen der Schulspeisung habe ich lange Zeit mitgewirkt. Die Projekte hier sind sehr weitgreifend und umfangreich und daher habe ich immer wieder die Möglichkeit, neben meiner Arbeit am Haus, weiter in das geschehen von Funscri blicken zu können. Wobei ich derzeit gerade wieder am Haus beschäftigt bin, und zwar als Elektrotechniker. Hierbei kommt mir das wenige Wissen, das ich “noch“ von der HTL irgendwo im verstaubten Wickel meines Gehirn lagern habe, zu gute. Ich versuche nämlich gerade ein neues Telefonsystem im ganzen Projektgelände zu installieren. Staubige und verdammt heise Angelegenheit, so direkt unter den heisen Aspest-Dachplatten - aber man ist ja auch solche Arbeit gewöhnt :-) . Am Abend helfe ich ein zwei mal in der Woche, meinem Projektleiter Reinhold mit der Korenspondenzarbeiten von FUNSCRI. Eine Arbeit die ich von Alex übernommen habe und auch deswegen sehr gerne ausführe, weil man hier direkt hinter die Kolissen eines Entwicklungsprojektes blicken kann.

Die Speisekammer  neue Tür  Mein Palmendach  Palmendach

Der neueste Auftrag den ich gerade vor kurzen abgeschlossen habe, waren Whiteboard-Tafeln für die Projekte. Auch hierbei kam mir wieder meine erlernte Arbeit zu gute. Der grösste Erflog allerdings war, als ich es geschafft habe einem Mitarbeiter beizubringen, wie man sich einen Wickel und eine 45 Grad Schmiege provisorisch bauen um damit dann Gärungen zu schneiden. (Wie immer wird hier stark improvisiert und gerechnet mit dem 3×4x5 System! :-) ) Es ist hier nämlich nicht immer leicht den Leuten was beizubringen. Oft verstehen sie nicht warum sie etwas anderes lernen sollen, wenn doch die alte Methode immer „funktioniert“ hat. Ein anderes Problem, was die Arbeit oft erschwärlich macht, ist es die Leute zu motivieren und diese Motivation auch aufrecht zu erhalten. Wenn du aber die Überhand ergreifst, stellt sich bei manch einem das Bild ein, dass du ohnehin der Chef bist und wenn du nicht da bist, oder gerade durch eine andere Arbeit verhindert bist, dann liegt man sich halt mal eben schnell in die Sonne und hängt den Bauch in die Luft, anstatt zu überlegen welche Arbeiten als nächstes auszuführen wären. Ja… da komm ich oft, als westeuropäischer -um nicht sogar zu sagen Österreichischer Zimmerer- oft an ein paar Schmerzgrenzen. Das ist ein Thema an dem ich auf jeden Fall auch noch arbeiten muss, denn die Gemütlichkeit die einige Leute hier zu Tage legen, kann im nicht übertriebenem Zustand noch eine Lebenslehre für einige Westeuropäische Leute sein. Eines ist klar was das „leben des Lebens“ betrifft, sind uns die Kolumbianer von hier sicher eine Nasenlänge voraus…

Whiteboard  Whiteboard-Ständer





ein Kommen und Gehen

27 08 2007

Nun schreibe ich schon 2 Monate hier in Pasacaballos. Viel passiert und wenig erzählt. Alex hat Pasacaballos mittlerweile schon vor einem Monat verlassen, weil sein Dienst hier zu Ende war. Der Heimweg hat er über die Anden nach Montevideo und von dort aus nach Deutschland geplannt. (interessante Berichte und beieindruckende Bilder) Alex war 5 Monate hier in Pasacaballos und hat gute Arbeit geleistet. Er war sehr belieb bei den Leuten und vorallem die Kinder feierten seine Anwesehenheit immer mit einem Lächeln. Zum Abschied haben sie ihm sogar ein „Ständchen“ von der Strasse aus vorgesungen. Immer noch werde ich gefragt wie es ihm geht und viele Leute erzählen mir von seiner Arbeit und von seiner verrückten Art zu tanzen. :-)

Ich möchte dir hier nochmals für alles danken Alex und vergiss nicht, dass es die kleinen Dinge sind, die Grossen bewirken. Ich freue mich schon auf ein Wiedersehn.

loco Alex   alex con los niños de cartagena   “Ständchen” vom Balkon aus

Anfang August sind zwei neue Compañeros aus Deutschland gekommen. Mareike, wird hier bei Funscri, ein freiweilliges soziales Jahr machen und Florian, ebenfalls Zivildiener,  ist der Nachfolger von Alex. Die zwei haben sich auch schon gut eingelebt und vorallem Florian, nebenbei erwäht Ostdeutscher mit geilem Dialekt :-) , hat Kolumbien gleich in vollen Zügen „genossen“. Angekommen ist er an einem Samstag und am nächsten Tag waren wir zu einem Fest, eines ganzen Departamentes, eingeladen. Nachtürlich eine Feier bei der alles Landestypisch sein muss. Typische Musik, Tanz, Spiele, viel Bier und Berge von Fleisch als Mahlzeit – hier hat es schon angefangen, weil Florian Vegitarier ist. Irgendwie tat ihm dann das wenige Essen (eine Kartoffel) und das viele Bier nicht gut, weil er sich entschied, ohne Schuhe am heissen Betonplatz, Fussbal zu spielen. Das ganze ging natürlich in die Hose, was man an seinen grossen Brandblassen an den Füssen deutlich zu sehen bekam. Nachdem eine, gleich während dem Spiel aufplatzte, beruigten ihn die Leute mit den Worten, es gäbe einen Arzt. Dieser schwung jedoch gerade das Tanbzbein. Als der Arzt dann doch noch Zeit fand sich seinen Fuss anzusehen, bemerke er, dass er Schere, Desinfektionsmittel und Salbe vergessen hatte. Egal- Rum für Florian, die Haut wir von Hand abgerissen und die Wunde profesorisch verbunden. Bienvenido en Colombia Florian :-)

Er hat sich aber sehr wacker geschlagen, mal sehen wies weiter geht. Ich freue mich schon auf eine gemeisame Arbeitszeit.

Mareike   Florian bei Behandlung   Florian mit Schmerzmittel -Ron de Medellin-





Pasacaballos

29 07 2007

Hallo alle zusammen!

Nun bin ich schon fast einen Monat hier in Pasacaballos und habe mich recht gut eingelebt. Das Wetter ist jeden Tag heiss, aber zum Glueck regnet es immer wieder. Ich arbeite derzeit am Haus der Fundacion und bin mittlerweile nicht nur mehr Zimmermann, sondern auch Maurer, Spengler und das Fliessenlegen steht auch schon an. Trotz der 6 Tage Woche die wir hier haben, konnte ich schon viele Moeglichkeiten nutzen mir mehr anzusehen.  Ich war in Cartagena, am Playa Blanca und auch in ein paar kleinen Doerfern die von der Fundacion versorgt und unterstuetzt werden. Deshalb werde ich versuchen, in den naechsten Tagen ein paar Bilder und Berichte auf die Homepage zu laden, dass ihr euch ein wenig was unter meinem jetzigem Leben hier in Kolumbien vorstellen koennt.

Vielen Dank fuer die Kommentare, eure guten Gedanken und an alle die mich auf irgendeine Art unterstuetzen.

Saludos de Colombia

Lukas





Viel Kraft und neue Lebenserfahrungen!

29 05 2007

Lieber Lukas!

Wir, dein 3 Mäderlhaus wünschen dir für das kommende Jahr in Kolumbien alles erdenklich Gute. Du wirst uns in dieser Zeit sicher sehr fehlen! Trotzdem wünschen wir dir, dass du in deinem Zivildienstjahr viele neue Erfahrungen sammeln kannst, die dich auch in deinem weiteren Leben begleiten und dir in verschiedenen Situationen helfen. Wir wünschen dir auch, dass du die nötige Kraft und Ausdauer aufbringen kannst, um mit den anderen Lebenseinstellungen und Umständen in diesem Land klar zu kommen. Weiters wünschen wir dir Menschen, die dich unterstützen, wenn es brenzlig wird, oder du das Gefühl hast, du schaffst es nicht mehr. Zu diesen Menschen gehört natürlich auch deine Familie. Das weist du ja auch!

Wir wünschen uns, dass du in diesem Jahr viele neue Dinge und Menschen kennenlernen kannst und daran Spaß und Freude hast. Was wir uns noch wünschen, dass du nach diesem Jahr wieder gerne, und ohne Kulturschock nach Hause zurück kehren kannst. Natürlich auch in bester Gesundheit.

Um uns prompt, und relativ einfach (hab sogar ich mit etwas Hilfe fertig gebracht)  über dich und den neuesten Stand in Kolumbien informieren zu können haben wir drei dir diesen Blogg eingerichtet. Eine Einführung wenn nötig, kannst du dir noch bei Cornelius holen.

Alles, alles Gute! Wir haben dich lieb!

Maria, Monika und Katja